Zum Weltgebetstag um geistliche Berufe am 22. April 2018

Liebe Mitchristen,

im Eingangsbereich der Stadtkirche (bei der 14-Nothelfer-Tafel) findet sich eine Spendenkasse für die Priesterausbildung. Die Spenden, die dort hineingegeben werden, sind so umfangreich, dass wir immer wieder die Ausbildung eines jungen Priesters bzw. eines Ordensbruders / einer Ordensschwester finanzieren können. Der Kontakt findet über das Bischöfliche Hilfwerk MISSIO statt, das die Spenden auch an die entsprechenden Stellen weiterleitet.

Ein Seminarist, der momentan aufgrund dieser Spenden Theologie studiert, wird in diesem Jahr noch in Tansania die Priesterweihe empfangen. Begleiten wir diesen jungen Mann mit unseren Gebeten und nach der Priesterweihe werde ich seinen Dankesbrief hier im Pfarrbrief veröffentlichen.

Momentan können wir aufgrund der Spenden, die ihren Weg in die Spendenkasse in der Stadtkirche finden, auch die Ausbildung einer jungen Ordensschwester in Eritrea finanzieren. Sie heißt Tisnela Abrha Ghidar und ihren Dankesbrief, den sie den Christen in Rastatt geschrieben hat, drucke ich hier ab.

Allen sage ich Vergelt’s Gott, die durch ihr Gebet und durch ihre Spenden das Anliegen der Förderung der geistlichen Berufungen mittragen und unterstützen. Auch durch ihre Mitgliedschaft im „Päpstlichen Werk für geistliche Berufe“. 

An der Stelle danke ich auch Pfarrer Richard Baumann, der anläßlich seines Goldenen Priesterjubiläums am Pfingstsonntag 2018 auf persönliche Geschenke verzichtet und stattdessen um Spenden bittet, die zur Hälfte für die Priesterausbildung verwendet werden und zur Hälfte für die Arbeit von Schwester Agneta in Bogotá (siehe Seite 24). 

Hier nun das Schreiben der Novizin Tisnela Abrha Ghidar aus Eritrea (der Brief erreichte uns in englischer Sprache):

Liebe Mitchristen in Rastatt. Es ist mir eine sehr große Freude, Ihnen heute zu schreiben und mich ihnen vorzustellen. Ich heiße Tisnela Abrha Ghidar und ich bin 23 Jahre alt. Ich befinde mich aktuell im zweiten Ausbildungsjahr meines Noviziates bei den Barmherzigen Samariterinnen. Meine Eltern, die beide noch leben, verdienen den Lebensunterhalt mi der Landwirtschaft. Meine Mutter Erifela Fidel ist Hausfrau. Ich bin das viertälteste Kind in der Familie. Ich habe zwei Schwestern, die beide verheiratet sind, und zwei Brüder, die beide im Ausland leben. Im Juli 2017 habe ich durch einen Unfall zwei meiner jüngeren Brüder verloren.

Ich möchte eine Ausbildung machen, um Menschen in ihrem christlichen Glauben zu bestärken. Nach dieser Ausbildung möchte ich gerne als Katechistin tätig sein. Ich stamme aus dem Dorf Mush, im nördlichen Teil von Eritrea, welches hundert Kilometer von Asmara, der Hauptstadt Eritreas, entfernt liegt. Die Hälfte der Menschen hier sind Christen, die andere Hälfte Muslime. Die beiden Glaubensgemeinschaften leben friedlich zusammen. Die Menschen verdienen sich ihren Lebensunterhalt durch die Landwirtschaft. Die Grundschule besuchte ich nahe meines Dorfes in Feledarib, und im Anschluss besuchte ich die Mai-Nefhi-Sekundarschule. Im Jahre 2014 trat ich dem Orden der Barmherzigen Samariterinnen bei.

In meiner Gemeinde war ich ein aktives Chormitglied. Ich wuchs in einer katholischen Familie auf. Die Kapuzinerinnen, die in einem Krankenhaus nahe meines Dorfes den Kranken halfen, inspirierten mich durch ihre Gastfreundschaft dazu, ebenfalls Ordensschwester zu werden.

Meine aktuelle Ausbildung dient dem Ziel, mich spirituell und intellektuell weiter zu entwickeln. Hierfür belege ich verschiedene Kurse zu den folgenden Themen: Geistliche Begleitung, Urteilvermögen der Berufung, geweihtes Leben, Italienisch, Psychologie, Kirchenrecht, Geschichte des religiösen Lebens, Gebetsleben, Ordensregel der Barmherzigen Samariterinnen, Führungsprinzipien. Dank Ihrer Unterstützung mache ich gute Fortschritte.

Vielen Dank dafür, dass Sie mir diese Ausbildung durch Ihre Spenden ermöglichen.

Die Ihre in Christus! –

Sr. Tisnela Abrha Ghidar

 

Leitungswechsel beim Päpstlichen Werk für geistliche Berufe in Rastatt

Aus gesundheitlichen Gründen musste Frau Antonia Braun die Betreuung der Mitglieder des Päpstlichen Werkes für geistliche Berufe in Rastatt abgeben. Ich danke ihr und ihrem Ehemann Klaus für dieses jahrelange, treue und verborgene Engagement, um das Anliegen des Gebetes um geistliche Berufe nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.  

Frau Marianne Müller aus St. Alexander hat sich dankenswerterweise bereit erklärt, diesen Dienst zu übernehmen, unterstützt durch ihren Ehemann Baldur. Dafür vielen Dank und viel Freude an dieser wichtigen Aufgabe!