Erstes ökumenisches Taizé-Singen findet viel Anklang

Katholische und evangelische Christen haben gemeinsam Taizé-Lieder in der Ottersdorfer Pfarrkirche gesungen und so ein Zeichen für die Ökumene gesetzt.
 

Singen verbindet. Diese Erfahrung machten am Sonntag, 17. Mai 2026, evangelische und katholische Christen in der Ottersdorfer Kirche. Sie erlebten einen schönen ökumenischen Abend mit gemeinsamem Singen von Taizé-Liedern und anschließendem Umtrunk vor der Kirche. 
Die Veranstaltung war eine Premiere. Sie kam auf Initiative von Erwin Groß, Leiter des Gemeindeteams Ottersdorf der katholischen Kirchengemeinde Rastatt, und Daniela Drexler, Mitglied des Kirchengemeinderats der evangelischen Paul-Gerhardt-Gemeinde Iffezheim–Hügelsheim–Ottersdorf–Wintersdorf, zustande. Die Idee: Gemeinsames betonen, statt auf Trennendes zu schauen und neue Impulse für die Ökumene setzen – ganz ungezwungen. So wurde das gemeinsame Singen allein von der Basis, ohne Pfarrer, gestaltet.
Erwin Groß, der unterhalb des Altars sein Keyboard aufgebaut hatte, freute sich über die gut gefüllten Kirchenbänke und begrüßte die zahlreichen Besucher beider Konfessionen. Er betonte das verbindende Element des Singens. Die Lieder von Taizé seien besonders geeignet, katholische und evangelische Christen zu vereinen, da es sich bei der 1942 gegründeten Gemeinschaft von Taizé um eine ökumenische Bewegung handle, die auch stark zur Völkerverständigung beigetragen habe. Groß lobte zudem den Komponisten der Taizé-Lieder, Jacques Berthier. „Er war ein Genie, der es geschafft hat, mit ganz einfachen Melodien einen großen Tiefgang zu erreichen“, so Groß.
Von der meditativen Wirkung der eingängigen Lieder, die mantraartig wiederholt werden, konnten sich die Besucherinnen und Besucher im Anschluss selbst überzeugen. Groß, der auch den Ottersdorfer Kirchenchor leitet, hatte mit seiner Liedauswahl offensichtlich den Nerv der Anwesenden getroffen. Ob Ubi caritas, Laudate omnes gentes oder das Taizé-Halleluja – alle sangen eine halbe Stunde lang kräftig mit, sodass ein schöner Klang die Ottersdorfer Kirche ausfüllte. Auch mehrere Kanons klappten auf Anhieb. Zwischendurch lasen Monika Höllig, Lisa Groß und Doris Samow vom Gemeindeteam besinnliche Texte. 
Projektsänger für Kirchenchor-Konzert im November gesucht.
 

Nach dem Singen bedankte sich Groß bei allen Helfern, Unterstützern und den anwesenden Sängerinnen und Sängern. Außerdem wies er auf das Konzert des Kirchenchors Ottersdorf am 8. November hin und lud die Besucher:innen ein, als Projektsänger:innen mitzumachen. Das Konzert, das alle zwei Jahre in der Ottersdorfer Kirche stattfindet, beinhaltet wie in den Vorjahren wieder einen umfangreichen Mitsingteil. Den Schwerpunkt werden auch hier Taizé-Lieder bilden. „Menschen aller Konfessionen sind herzlich zum Mitsingen eingeladen, auch ohne Chorerfahrung“, erklärte Groß. Die Intensivproben für das Konzert beginnen nach den Sommerferien. Wer will, kann aber auch jetzt schon einsteigen und an den Proben des Kirchenchors Ottersdorf teilnehmen. Diese finden immer dienstags um 20 Uhr im Gemeindehaus statt.
Zum Schluss kündigte Daniela Drexler an, dass das gemeinsame Singen keine Eintagsfliege bleiben solle. Beim nächsten Mal werde die Paul-Gerhardt-Gemeinde einladen. Angedacht sei ein Adventssingen. 
Anschließend traf man sich vor der Kirche, um ein Gläschen miteinander zu trinken und ins Gespräch zu kommen. Für die Getränke hatte das Gemeindeteam Ottersdorf gesorgt.