Scham und Menschenwürde – Vortrag von Dr. Stephan Marks

Montag, 30. September 2019, 15 bis 17.30 Uhr 
ab 14.30 Ankommen mit Tee und Kaffee; Beginn um 15 Uhr mit Vortrag, Austausch, Gespräch und Rückfragen

Ort: 76437 Rastatt (Herz Jesu), Stadionstraße 3

Um Anmeldung bitten wir bis Montag, 16. September 2019 unter: www.dekanat-rastatt.de/schamundwuerde
Veranstalter: Diözesanstelle  MOPF, Dekanate Baden-Baden und Rastatt

Verantwortliche in der Pastoral der Kirchengemeinden, ob ehrenamtlich oder hauptamtlich, engagieren sich auf der Grundlage eigener hoher Werte und Ideale.

Scham trägt wesentlich dazu bei, diesen Wertvorstellungen treu bleiben zu können, indem sie sich als schmerzhafte Emotion bemerkbar macht, wenn die eigenen Werte verletzt werden. Dieses Schamgefühl lässt sich nicht leugnen, sondern fordert eine Reaktion ein. Im besten Fall kann Scham eine positive Veränderung bewirken. Bei Engagierten kann sie aber auch Distanz und innere Emigration, oder auch Zynismus oder sogar Aggression hervorrufen.

Wie können MitarbeiterInnen damit umgehen, wenn eigene Werte und Ideale verletzt werden, weil die Institution, in der sie sich engagieren, diesen Werten in wichtigen Bereichen nicht entspricht? Wie können MitarbeiterInnen damit umgehen, wenn Enttäuschungen und Verletzungen durch institutionelle Veränderungsprozesse hervorgerufen werden?

Für Menschen mit Verantwortung in den Kirchengemeinden ist es wichtig, konstruktiv mit der eigenen Scham umzugehen. Nach Leon Wurmser ist sie die Hüterin der Menschenwürde.

Sie hilft, die eigene Rolle zu klären und zu stärken und kann somit die eigenen Integrität waren. Dadurch kann Scham einerseits helfen, authentisch eine Botschaft zu verkünden. Andererseits regt sie an, strukturell bedingte Auslöser von Scham kritisch zu hinterfragen.

Der Referent, Dr. Stephan Marks, ist Sozialwissenschaftler, Supervision und Sachbuchautor; er bildet seit vielen Jahren Menschen, die mit Menschen arbeiten, über Scham und Menschenwürde fort, vorwiegend im deutschsprachigen Raum und in Lateinamerika.

Im Vortrag werden (aus Sicht von Psychologie, Sozialpsychologie und Gehirnforschung) die grundlegenden Informationen über Scham vermittelt. Daran anknüpfend wird die Bedeutung des Themas erarbeitet: für die eigene Person, für die jeweilige Arbeit mit Menschen und für die Rahmenbedingungen dieser Arbeit.

Foto: priv