Telefonseelsorge bewährt sich in der Krise

Corona ist zunehmend Thema in Gesprächen und Chats

Freiburg. In der gegenwärtigen Krise zeigt sich in ganz besonderer Weise die Bedeutung der kirchlichen Telefonseelsorge. Die meisten der rund 500 ehrenamtlich Mitarbeitenden des ökumenisch getragenen Angebots im Bereich der Erzdiözese arbeiten trotz mancher persönlicher Einschränkung weiter und können den Dienst dadurch nach wie vor rund um die Uhr anbieten. Neben den telefonischen Beratungen bieten die Engagierten darüber hinaus auch Seelsorgegespräche im Online-Chat an. Allein seit dem 1. März wurden bistumsweit rund 650 Seelsorgegespräche geführt, in denen es um das Thema „Corona“ ging; bundesweit waren es über 3.700.

Dabei gehe es um die Sorge angesichts der aktuellen Situation ganz allgemein, ebenso werde aber auch Angst oder gar Panik ausgedrückt, so Helmut Ellensohn, Diözesanbeauftragter der Telefonseelsorge im Erzbistum Freiburg. „Vor allem beschäftigt die Menschen die Frage nach Kontakten“, berichtet Ellensohn, „viele allein lebende Menschen rufen an, aber nicht nur bei diesen ist die Verbindung von Corona-Krise und Einsamkeit sehr deutlich spürbar“. Darüber hinaus kontaktieren zunehmend Menschen die Telefonseelsorge, die Angst vor den Folgen der Krise haben, vor sinkendem Einkommen oder gar Arbeitsplatzverlust.

Persönliche Notsituation von Menschen durch Corona-Krise verstärkt

Die Telefonseelsorge bietet bei all diesen Fragen in erster Linie ein offenes Ohr, damit Menschen ihre Sorgen und Ängste aussprechen können. In der aktuellen Situation, in der die direkten Begegnungen mit anderen Menschen auf ein Minimum gesunken sind, ist es für viele der Anrufenden beruhigend und auch stärkend, wenn sie jemanden finden, mit dem sie offen über ihre Probleme reden können. Neben den aktuellen Sorgen um Corona beschäftigen die Menschen, die die Telefonseelsorge am Telefon, im Chat oder per Mail aufsuchen, aber auch weiter ihre schon bestehenden persönlichen Notsituationen, die sich in der Krise nun verstärken. Gerade in den onlinegestützten Seelsorgeangeboten wie Chat und Mail, sind mit Scham besetzte Themen wie Suizid oder Missbrauch sehr virulent. Erfreulich sei, so Helmut Ellensohn, dass trotz der Corona Krise, die ehrenamtlichen Mitarbeitenden verstärkt Dienste leisten, so dass gerade in den Nachmittags- und Abendstunden eine dem Bedarf angepasste bessere Erreichbarkeit gewährleistet werden könne: „Diese Frauen und Männer an den sieben Standorten der Telefonseelsorge in Baden verdienen höchsten Dank.“

 

Information:
Die TelefonSeelsorge ist kostenlos zu erreichen:
Beratungsnummer der TelefonSeelsorge

0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222

oder im Internet: www.telefonseelsorge.de