Abschied und Neubeginn

Abschied von Frederik Reith

„Ich will nicht sagen: weinet nicht. Denn nicht alle Tränen sind von übel“

Das mag recht pathetisch klingen, aber sie kennen mich ja inzwischen, liebe Mitchristen aus Rastatt und darüber hinaus; es ist schlicht mal wieder ein Herr-der-Ringe-Zitat von Gandalf, als er sich von seinen alten Freunden verabschiedet. Jetzt erwarte und hoffe ich keineswegs, dass mir jemand eine Träne hinterher weint, außer vielleicht eine Freudenträne, dass der Kaplan mit seinen durchgeknallten Ideen und unorthodoxen Äußerungen endlich geht. Denn ja, meine drei Jahre in Rastatt sind schon wieder um (Anfang September genau genommen) und die Zeit verging tatsächlich wie im Fluge, wie man so schön sagt. Ich will zum Abschied gar nicht versuchen, alles ausführlich zu rekapitulieren und allen erschöpfend zu danken, denn ich würde sicher die Hälfte vergessen. Oder, um es nochmal mit dem oben genannten Buch zu sagen: “Ich kenne die Hälfte von euch nicht halb so gut, wie ich es gern möchte, und ich mag weniger als die Hälfte von euch auch nur halb so gern, wie ihr es verdient.“ (Bilbo Beutlin bei seinem 111. Geburtstag).

Sie bemerken hoffentlich die leichte Ironie in meinen Worten. Das ist meine Art, mit solchen gefühligen Dingen wie Abschieden umzugehen, denn ich mag sie nicht sonderlich. Aber es soll Gelegenheit geben, sich zu verabschieden; Pandemie-bedingt in mehreren Stationen in folgenden Gottesdiensten:

  • Sonntag, 19.07.2020, 9:30 Uhr Heilig Kreuz und 11:00 Uhr Zwölf Apostel
  • Samstag, 25.07., 17 Uhr Herz Jesu Münchfeld (außerplanmäßige Vorabendmesse) 
  • Sonntag, 26.07.2020, 9:30 Uhr und 11:00 Uhr, jeweils im Pfarrgarten

Zu diesen Gottesdiensten bitte auch wie gewohnt telefonisch anmelden! 

Weitere interne Verabschiedungen wird es mit verschieden Gruppierungen auch geben.

Außerdem bleibe ich, wie gesagt, noch bis Anfang September im Dienst in Rastatt, daher dürften wir noch ausreichend Gelegenheiten haben, sich zu begegnen. Ausführlichere Abschiedsworte wird es dann in den oben genannten Gottesdiensten geben und irgendeine Art des Pandemie-konformen kurzen Austauschs danach vielleicht auch. Ich freue mich natürlich auch über Anrufe, Mails und Briefe, wenn sie noch etwas loswerden wollen. Immerhin habe ich noch viele Dienstjahre vor mir und kann jeden Rat gebrauchen und außerdem sieht man sich in der Katholischen Kirche immer zweimal… 

An dieser Stelle ihnen allen schon einmal Danke für drei großartige Jahre, die mich restlos davon überzeugt haben, dass ich mich richtig entschieden habe, Priester zu werden.

Alles Gute, Freude am Glauben und Gottes Segen! –
Ihr/euer Kaplan Frederik Reith

Für seinen engagierten Einsatz in unserer Seelsorgeeinheit über drei Jahre hinweg danken wir alle Frederik ganz herzlich. Er wird uns fehlen! Es waren auch drei großartige Jahre für uns mit ihm.
Lieber Frederik, wir wünschen dir alles Gute, – eine Stelle, wo du dich mit deinen vielen Talenten wieder gut einbringen kannst und weiterhin viel Freude an deinem priesterlichen Dienst. Gottes Segen für dich auf deinem weiteren Weg. – Deine Rastatter 🙂

… und der Neubeginn

Dass Frederik mit Beginn des neuen Schuljahres seine zweite Vikarsstelle antritt, war ja bekannt. Allerdings nicht, wohin es ihn verschlagen wird. Das ist jetzt klar: Er wird Kaplan in Villingen.

Sein Nachfolger als unser neuer Kaplan heißt Stefan Jaskolla. Er ist gebürtiger Villinger (Also zwei Gründe, sich dieses Villingen mal vorzuknöpfen: weil Frederik dort bald wohnen wird und weil unser neuer Kaplan dort seine Heimat hat). Stefan Jaskolla ist bis dato Kaplan in der Seelsorgeeinheit Klettgau-Wutöschingen (an der Schweizer Grenze) und freut sich sehr, nach Rastatt zu kommen. Er ist Kurskollege von Frederik und war nun drei Jahre in Wutöschingen und Umgebung, was bedeutet, dass er voraussichtlich zwei Jahre bei uns in Rastatt sein wird (insgesamt sind es fünf Vikarsjahre). Er hat in Freiburg und Paris studiert und war als Diakon in Mannheim. Seine Diakonenweihe hat er im Schwarzacher Münster erhalten. Mit Beginn des neuen Schuljahres fängt er bei uns an.

Darüber hinaus wird ab dem neuem Schuljahr  Gia-Hoa Nguyen im Pfarrhaus St. Alexander einziehen. Er wurde  in Frankfurt am Mai geboren. Seine Eltern kamen als Flüchtlinge aus Vietnam nach Deutschland. Nach Abschluss seines Theologiestudiums wird er, mit Unterbrechungen, bis Frühjahr 2022 bei uns sein. Als Theologe wird er in unterschiedliche Arbeitsbereiche des Pastoralteams reinschnuppern und Bereiche selbst verantworten, bevor er dann kommendes Jahr die Diakonenweihe empfängt. Dann wird er als Diakon zu uns zurückkommen, um sich dann ab Frühjahr 2022 in Freiburg auf seine Priesterweihe vorzubereiten.

Und wir freuen uns auf Stefan Jaskolla und Gia-Hoa Nguyen und darauf, dass beide für eine gewisse Zeit den Weg der Kirche in Rastatt mitgehen werden. Ich bin mir sicher, dass beide eine Bereicherung für uns sein werden.

Dass es außergewöhnlich ist, dass wir uns hier in Rastatt über zwei junge Theologen in unterschiedlichen Ausbildungsstadien freuen dürfen, brauche ich nicht zu betonen. Wir freuen uns einfach darüber 🙂