Osterkerze 2019 in der Seelsorgeeinheit Rastatt

Es steht im Zentrum, und gäbe es keine Begrenzung, es würde gar nicht auffallen. Keine Farbe, nichts was es überdeckt. Es gibt den Blick frei und eröffnet den Betrachtern die Möglichkeit, sich ein eigenes Bild zu machen. Die Rede ist vom leeren Kreuz auf den Rastatter Osterkerzen 2019 in den katholischen Gemeinden. Die Künstlerin Petra Bonkosch betont, es gäbe so viele unterschiedliche Erfahrungen mit dem Thema Leid, dass nur eine leere Fläche ausreichend Raum dafür biete.

Doch dabei bleibt das Motiv 2019 nicht stehen. Was als Kommentierungen bei Instagram begann wurde in vielen Mails und Telefonaten weitergesponnen und schließlich in ersten Entwürfen zu Papier gebracht.

Beteiligung sollte möglich sein Viele Gedanken, Sorgen und Bitten sollten sich auf der Kerze wiederfinden: Krankheit, Trennung, Verlust, Krieg und Terror, Zerstörung von Natur und Umwelt, Streit und Hass – die Liste lässt sich nicht schließen. So entstand die Idee, um das weiße Kreuz herum weitere Kreuze anzubringen. Jedes einzelne steht für traurige und leidvolle Erfahrungen. Einmal ganz konkret für das Erleben des Menschen, der es angebracht hat und einmal stellvertretend für die vielen Menschen in der Gemeinde und darüber hinaus, die es ebenso betrifft.

Damit werden die Kerzen zu einem Gemeinschaftswerk und für Pastoralreferent Andreas Freund zu mehr als einem Kunstwerk. Die Kerzen werden einander gleichen, aber eben nicht gleich sein. Gestaltet wird jede einzelne vor Ort im Gemeindeteam der jeweiligen Pfarrei für die jeweils eigene Pfarrkirche bzw. Kapelle auf dem Gemeindegebiet. Für die Friedhöfe übernimmt das Seelsorgeteam die Aufgabe und die Klinikseelsorge kümmert sich um die Osterkerze für den Raum der Stille im Klinikum.

Dass die Wundmale farblich in gold/weiß gestaltet sind verweist auf das Heil im Kreuz. Die grüne Farbe steht traditionell für die Hoffnung und für das Leben.

Ein besonderes Detail findet sich in der Darstellung der Seitenwunde: eine echte Verletzung mitten im weißen Kreuz. Doch von dort fließt das Leben und die Hoffnung. Das Kreuz ist also leer und doch „wegen Überfüllung geschlossen“ – Andreas Freund, Pastoralreferent